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back to letter index > MuseumPasseier: Letzter Brief vom 20. Februar 1810 an Vinzenz von Pühler in Neumarkt

Liebster Herr Bruder, der göttliche Wille ist es gewesen, dass ich hab müssen hier in Mantua mein Zeitliches mit dem Ewigen verwechseln, aber Gott sei Dank um seine göttliche Gnade, mir ist es so leicht vorgekommen, dass wenn (als ob) ich zu etwas anderem ausgeführt würde. Gott wird mir auch die Gnade verleihen, bis im letzten Augenblick auf dass ich kommen kann, allwo sich meine Seele mit allen Auserwählten ewig erfreuen mag, allwo ich auch für alle bitten werde bei Gott besonders für welche ich am meisten zu bitten schuldig bin und für Sie und Ihre liebste Frau, wegen dem Büchlein und anderen guten Taten. Auch alle hier noch lebenden Freunde sollen für mich bitten und mir aus den heißen Flammen helfen, wenn ich noch im Fegfeuer büßen muss. Die Gottesdienste soll die Liebste mein, die Wirtin, zu St. Martin halten lassen beim rosenfarbenen Blut, die Bitten in beiden Pfarreien. Den Freunden ist beim Unterwirt Suppe und Fleisch geben zu lassen nebst einer Halben Wein. Und Geld was ich da gehabt habe, habe ich den Armen ausgeteilt. Und was drinnen noch Geld ist, nimm was du brauchst, bis du mit dem Maier Hans kannst reden. Er wird wohl sprechen mit den Leuten und wegen dem Geld für die Armen im übrigen rechne ab mit den Leuten so redlich du kannst, damit ich nicht zu büßen habe. Lieber Herr Pühler, gehen Sie mir hinein und beim Unter-wirt zu St. Martin zeigen sie die Sache an. Er wird schon Anstalten machen und machen Sie sonst niemand kundbar von dieser Sache, Sie lassen sich die 50 Gulden geben, nebst allen Unkosten. In der Welt lebet alle wohl, bis wir im Himmel zusammenkommen und dort Gott loben ohne Ende. Alle Passeirer und Bekannte sollen mir eingedenk sein in heiligem Gebet und die Wirtin solle sich nicht so bekümmern, ich werde bitten bei Gott, für sie alle. Ade meine schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, dass mir nicht die Augen nass werden. Geschrieben um 5 Uhr in der früh, und um 9 Uhr reise ich mit der Hilfe aller Heiligen zu Gott.

Mantua, den 20. Februar 1810

Den Morandell
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Dein im Leben geliebter Andre
Hofer zu Sand in Passeier.
Im Namen des Herrn will ich auch
die Reise vornehmen mit Gott.

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